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VON KRISE ZU KRISE GESTEIGERT Norman Gutschow im Gespr ch mit Bernd F Schulte.25 Dezember 2011 FreieWelt.net In Ihrem Buch Deutsche Policy of Pretention schildern Sie den Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914 Wie ist dieser Begriff Anma ung Pretention zu verstehen Dr Bernd F Schulte Pretention hie 1914 Bluff Es handelte sich um ein Modewort der damaligen Diplomatie Schlie lich wurde der Fehlschlag der europ ischen Regierungen in der Julikrise des Jahres 1914 mit der Formulierung entschuldigt, man habe sich eben festgeblufft Dass Spielerische des Vorgangs wurde leichtfertig berbetont Hier geht es allerdings um mehr So wie die wissenschaftliche Interpretation der Ereignisse bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, im Verlaufe der neueren Diskussion seit 1961, eine eher ungl ckliche Fixierung auf den Juli August feststellt, so geht es inzwischen in der allgemeinen Forschung darum, die europ ische Welt zwischen 1905 und 1914 hinsichtlich deren wirtschaftlichen, diplomatischen, milit rischen und kulturgeschichtlichen Wurzeln zu untersuchen Das hei t die Berliner Politik habe ein zunehmend bedeutenderes Risiko bernommen Ich sehe die deutsche Politik dabei, systematisch, von Krise zu Krise gesteigert, nahezu naturwissenschaftlich und laborm ig, ein testing the entente vorzunehmen Es ging darum, festzustellen, als wie solide das in Berlin als monolithisch aufgefasste System der Entente B ndnisse und Absprachen zwischen Paris, Petersburg und London sich herausstelle Die deutsche Politik basierte, nach dem deutsch franz sischen Krieg von 1870 71, zu gro en Teilen auf dem herausragenden Ruf der preu isch bestimmten Armee Es ist gezeigt worden, dass Kampfwertvergleiche den anscheinend unersch tterlichen Nimbus der deutschen Waffen als immer labiler erscheinen lie en Sp testens seit der Marokkokrise von 1905 brach sich eine breit gef cherte Kritik an den deutschen taktischen und operativen Verfahren Bahn Zum Beispiel in der Revue Militaire des Arm es trang res des franz sischen Generalstabes sowie englischen, franz sischen und russischen Magazinen, Monatsschriften und Tageszeitungen Das geschah in einer breiten Kritik, unter anderem, am Beispiel der deutschen Kaiserman ver Die nicht unbedingt erfolgreichen diplomatischen Bem hungen Berlins in diesen Jahren versch rften zus tzlich die fortschreitende Erosion des Bildes der Zeitgenossen von der preu isch deutschen Armee als der besten der Welt Nicht zuletzt durch den immer wieder aufgenommenen Appell, das Schwert zu ziehen, entwertete, abgesehen von diesem technischen Hintergrund, die Berliner Diplomatie ihre Pressionspolitik 1904 06, 1908 09 und im Herbst 1912 selbst Es wuchs in den Hauptst dten Europas bis Ende 1912 die berzeugung heran, nun, bei nahezu vollendeter milit rischer R stung, diesem Druck k nftig widerstehen zu sollen So kam es zu einem Krieg, in den Deutschland mit noch nicht vollendeter R stung eintrat Deutscherseits wurde diese Kritik, bis hinauf zum Kaiser, emp rt zur ckgewiesen, und in Berlin bersehen, dass jahrzehntelang bedeutende Summen in den Schlachtflottenbau geflossen waren, die nun wie sich herausstellen sollte in der Armee un bersehbare L cken verursacht hatten Die Marne erreichten, im September 1914, die Armeen des rechten Heeresfl gels nicht nur ohne die 1913 umstrittenen drei Armeekorps, sondern auch ohne ein, in F hrung und Gefecht, konkurrenzf higes Kampfverfahren FreieWelt.net Erl utern Sie bitte ihren Begriff des Kriegerstaates Dr Bernd F Schulte Einerseits hat Paul Kennedy in seinem ber hmten Buch ber den Aufstieg und Fall der gro en M chte 1986 , vor allem am Beispiel Spaniens, Englands wie auch Deutschlands, der USA und der UdSSR daf r pl diert, den Akzent staatlicher Grundstruktur und Politik, nicht ausschlie lich auf milit rische Machtentfaltung zu setzen These, die nicht zuletzt in Washington hart umstritten war, veranla te mich, den Begriff Kriegerstaat , in Bezug auf das deutsche Kaiserreich, anzuwenden.Andererseits bildete sich die etwas ltere Bedeutung heraus, im Verlauf der Diskussionen um das Buch Fritz Fischers Griff nach der Weltmacht 1961 Diese wissenschaftlichen und publizistischen Auseinandersetzungen um Strukturen, Modernit tsgrade und Entwicklungschancen des Kaiserreichs, hinterlie en eine breitere Spur in der j ngeren deutschen, sozialgeschichtlich orientierten, Historiographie Die Erkenntnis bildete, die mittelalterlich feudalen, einseitig k mpferischen Versatzst cke im Erscheinungsbild des wilhelminischen Kaiserreichs Reden, nationale Parolen, Paraden, Aufm rsche, Stechschritt , wie dessen hierarchisch strukturierter Gesellschaft, Armee und Verwaltung, h tten das Bewusstsein des damaligen B rgertums bis in die Arbeiterschaft einseitig k mpferisch maskulin gepr gt Diese Hypothesen, die in der j ngsten deutschen Forschung aufmerksame Ohren gefunden haben, m gen, in den Rahmen der militanten Probleml sungsversuche, welche die deutsche politische F hrung zwischen 1905 und 1914 unternahm, hineingespielt haben Zu Beginn der achtziger Jahre ver ffentlichte Arbeiten lie en, in Bezug auf die Krisenkonferenz Problematik innerhalb der Berliner F hrungsspitze, wie hinsichtlich des B rgerkriegs Problems im milit rischen Bereich, und hinsichtlich der horrenden, fatalen deutschen Verluste 1914, beim Angriff auf Belgien und Frankreich, diese Momente bereits anklingen Deutsche Armee, 1977, Vor dem Kriegsausbruch 1914 So gelangte ich, unter dem Eindruck der letzten Aufgipfelung des R stungswettlaufs im Kalten Krieg zwischen den USA NATO und der UdSSR 1979 83 zu der berlegung, milit rische L sungswege, wo immer m glich, durch diplomatisch politische und Ans tze zu unterf ttern FreieWelt.net Sie sind Sch ler des Hamburger Historikers Fritz Fischer, dessen Buch Griff nach der Weltmacht vor 50 Jahren die sog Fischer Kontroverse ausl ste Wie ist ihr Verh ltnis zu ihm und wie steht es in der heutigen Wissenschaft um seine Thesen Dr Bernd F Schulte Fritz Fischer war mein Lehrer und hat mir vermittelt, stets auf die Quellen zur ckzugehen, positiv positivistisch zu denken, und neues Material der historischen Forschung, zur Beantwortung der dieser gestellten Fragen, zur Verf gung zu stellen Ich kam zu ihm 1972 als Batterieoffizier in einem Hamburger Artillerie Batallion und ging 1983, im Begriff, einen Platz beim Fernsehen zu finden Dazwischen lagen meine Dissertation und ein Buch zu Balkankrise und dem Kriegsrat von 1912, sowie auf Fischers Seite einige Rezensionen und Vortr ge, ein Aufsatzband sowie der gro e Auftritt 1978 vor dem Hamburger Historikertag, das daraus entstandene Buch B ndnis der Eliten , und die Kampfschrift Wir sind nicht hineingeschliddert zum Kriegsausbruch 1914 und der F lschung der Riezler Tageb cher , einer damals hart gef hrten Kontroverse Wir scheiterten gemeinsam in dem Bestreben, mich noch in der Wissenschaft unterzubringen Stets ging es Fischer in diesen Jahren darum, zu unterstreichen, dass die besondere Bedeutung von forscherischer Leistung vor allem darin bestehe, einen Beitrag zu einem gr eren Ganzen zu leisten Das hat er 1988 unterstrichen, als zu seinem 80 Geburtstag, eine Gala stattfand Mein Fernsehportrait dazu stellte Fischer ganz in sein Hamburger Umfeld, und vor allem unter den Einfluss der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges Als er n mlich 1947 aus der Gefangenschaft zur ckkam, hatte er mit den Traditionen des preu isch deutschen Nationalstaates grunds tzlich gebrochen Diese Z sur vollzog er zun chst in seinem angestammten protestantisch theologischen Arbeitsfeld Mit dieser Wende hin zum westeurop isch amerikanischen Kulturkreis zog sich Fischer bereits 1949 die scharfe Opposition Gerhard Ritters zu Als Fischer dann 1959 61 die Kriegsziele des kaiserlichen Deutschland, neben die Hypertrophie Hitlerscher Aggressionspolitik stellte Kontinuit t , beging er, nach der berwiegenden Auffassung der damaligen Historikerzunft und bundesdeutschen Gesellschaft, ein Sakrileg Dieses Buch, das unter Griff nach der Weltmacht firmierte, kam im November 1961 auf den Buchmarkt und wurde eingeleitet durch ein Kapitel, das die Entstehung des Ersten Weltkrieges entwickelte St rten Fischers Darlegungen zu den deutschen Kriegszielen im Ersten Weltkrieg an sich schon die tr gerische Ruhe genug, welche deutsche Historiker f r das Thema 1914 verordnet hatten, so bot dieses Kapitel eine ungesch tzte Flanke, er ffnete den neuen alten Kriegsschauplatz deutscher Kriegsschuld und forderte geradezu die konservative wissenschaftliche Fronde zum Gegensto heraus Niemand war weniger als Fischer zum Vorboten der sozialliberalen Koalition von 1969 geeignet Dennoch, sein ber hmtes Buch geh rt zur Vorgeschichte des innenpolitischen Wandels in Deutschland, der sich im Verlauf der sechziger Jahre vollzog Auch demonstrierten Fischers Publikationen dem Ausland, dass es nun, durchaus auch in den politischen Grundsatzfragen, ein neues Deutschland gebe So liegen Fischers Verdienste weniger in den immer noch hart umk mpften Deutungsunterschieden und wissenschaftlichen Grabenk mpfen um die Entstehung des Weltkrieges von 1914, als vielmehr in seiner indirekten politischen Wirkung Wissenschaftlich bergreifend hat der Hamburger Historiker zus tzlich, gegen die berkommene, diplomatiegeschichtlich akzentuierte Auffassung den eher sozial und wirtschaftsgeschichtlich akzentuierten Ansatz seiner Hamburger Schule gestellt Dieser hat Frucht getragen, und mit anderen Forschern, die deutsche Geschichtswissenschaft insgesamt wieder auf internationales Niveau gehoben FreieWelt.net Sie beziehen sich in ihrem Buch vor allem auf die Krisenkonferenzen im F hrungssystem des Deutschen Reiches und die Rolle des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg Dr Bernd F Schulte Kurz gesagt, behauptet die traditionelle deutsche Geschichtswissenschaft in Kontinuit t seit 1959 , die Schuld am Ersten Weltkrieg spiele kaum noch eine Rolle innerhalb der Forschung Dass der Begriff der Krisenkonferenzen im Kaiserreich, noch bis in die j ngste Zeit ben tigte, um von eben diesem Teil der deutschen Geschichtswissenschaft akzeptiert zu werden, zeigt, wie wenig dieses Problem in Deutschland verarbeitet ist Es geht um die vordergr ndige Abschw chung der Fischer These, am 8 Dezember 1912, dem sogenannten Kriegsrat bei Wilhelm II., sei, f r einen Zeitpunkt in anderthalb Jahren, der Erste Weltkrieg beschlossen worden Bereits der Streit um die tats chliche Auswirkung dieser Konferenz hoher Vertreter von Armee und Marine beim Kaiser, legte offen, wie hei umk mpft die deutsche Verantwortlichkeit nach wie vor war und ist Wie gro nun mein Interesse an dieser Frage war, zeigt die Tatsache, dass ich bereits in der Dissertation ber die deutsche Armee von 1914 1977 auf eine Unterredung zwischen dem Reichskanzler und dem Feldmarschall Colmar von der Goltz erstmals Bezug nahm, die in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft zum 8 Dezember stattfand, und sich um die M glichkeit eines Pr ventivkrieges, im Gefolge der t rkischen Niederlagen im Herbst 1912, drehte Bestand doch das Bestreben der konservativen Historikerfronde um Wolfgang J Mommsen darin, auf die Abwesenheit des Reichskanzlers beim Kaiser, und damit eine Nichtbeteiligung der Politik, hinzuweisen Diese Argumentation widerlegte mein Buch Vor dem Kriegsausbruch 1914 1980 , das die Auswirkungen der Balkankrise auf den decision making process in Berlin, in den politischen und milit risch strategischen F hrungseliten, zum Gegenstand erhob Bilden doch milit rische Fragen, und der strategische Entscheidungskreis, den noch fehlenden Schlu stein der Fischerschen Argumentation Es wurde gezeigt, dass durchaus im Sinne einer Kriegsvorbereitung nach dem Dezember 1912 ausgreifende Ma nahmen technischer, personeller und funktionaler Art ergriffen wurden, die offensichtlich dazu f hrten, dass die deutsche Armee im Jahre 1913 nicht kriegsbereit war Quellen, die mir 1978 bekannt wurden, zeigen dar ber hinaus, dass es sich im Umfeld der Kriegsentschluss Problematik um ein breiter angelegtes Ph nomen innerhalb der deutschen F hrungsstruktur handelte In der ersten Auflage des hier behandelten Buches aus dem Jahre 1983 wurde dementsprechend auf die Krisenkonferenz bei B low im Juni 1909 hingewiesen, die durch einen m glicherweise unmittelbar bevorstehenden Krieg mit England veranla t war Es f llt auf, dass sich die Diskussion im Grunde um die gleiche Problematik, wie am 8 Dezember 1912, bewegte Weitere Arbeiten f hrten zu weiteren Krisenkonferenzen , die in n chster N he zu den brigen Vorkriegskrisen stattfanden Erste Ergebnisse dieser Forschungen fanden im Annex des hier besprochenen Bandes Aufnahme, und f hrten zu der These vom Institut der Krisenkonferenzen in der deutschen F hrungsspitze zwischen 1871 und 1914 Es handelte sich also ganz und gar nicht um etwas Besonderes, wenn die Spitzen von Politik und Milit r sich in Berlin zusammenfanden, um ber die n chsten Schritte, angesichts Krisen mit Frankreich, mit Russland und Frankreich, mit Ru land allein und schlie lich mit Russland und, gegebenenfalls, England Frankreich zu beraten Die inh rente Brisanz des Krisenkonferenz Begriffs hat die, begierig von dem Begriff des Kriegsrats abgehende, konservative Zunft bersehen Es bildet sich ein ausgesprochen dichtes Bild der u erst regen Interdependenz innerhalb der deutschen F hrung Und dies insbesondere zwischen den politischen und milit rischen mtern Von einer hochgradigen, und vermeintlich strukturbedingten, Polykratie D sseldorfer Schule in der politisch milit rischen F hrungselite des deutschen Kaisereichs kann also, vor allem in Bezug auf die lebenswichtigen Fragen von Krieg und Frieden, keinesfalls gesprochen werden Im Zentrum der Berliner Politik, zumindest zwischen 1909 und 1917, stand und steht der Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg Es f hrt nicht weiter, wenn dieser Kanzler lediglich als Philosoph und wirklichkeitsfremder Politiker der Diagonale verstanden wird Er war mehr Ausgehend von den Vorstellungen seines Gro vaters, des preu ischen Kulturpolitikers und Staatsrechtlers, Moritz August von Bethmann Hollweg, in der Krimkriegphase, stand er ganz auf der liberalkonservativen Position der von diesem begr ndeten preu isachen Wochenblatt Partei So wollte der Kanzler seit 1909 Deutschland zwischen Russland und England stellen, und Grossbritannien auf das Reich, durch seine Entrevue Politik auf das Reich zuzwingen so Spielraum f r die weiterhin aufrecht erhaltene Europa und Weltpolitik konservieren Dieses Zuzwingen Englands f hrte in ein immer riskanteres testing the entente unter gleichzeitiger Abnahme deutsche des Unbesiegbarkeitsnimbus der deutschen Armee Das f hrte schlie lich zum Scheitern der Policy of Pretention im Angesicht der Konfliktlage des Juni Juli 1914 Nicht zuletzt wurde die Entscheidung des Reichskanzlers durch eine von mir hiermit erstmals erw hnte Denkschrift vom 24 Juni 1914 gef rdert, die offenlegte, es sei in den n chsten Monaten mit dem finanziellen Zusammenbruch sterreich Ungarns und damit dessen milit rischer Pr senz zu rechnen In dem Augenblick des F rstenmordes von Sarajevo hielt Bethmann Hollweg diese Denkschrift in H nden Diese mag den Kanzler, in dramatischen Stunden, dazu bestimmt haben, einem Kriege im u ersten Falle ins Auge zu sehen, da dieser ja noch m i t Unterst tzung sterreichs gef hrt werden k nne Eine Aufteilung sterreichs, hnlich jener f r die T rkei erwarteten, deren Schattenri fiel in diesen Stunden zwischen dem 28 Juni und 5 Juli 1914 auf die dunkle Eichholzt felung im Arbeitszimmer des Reichskanzlers auf Schlo Hohenfinow Bernd F Schulte, Deutsche Policy of Pretention Der Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914 Norderstedt 2009, 404 S., 22,80 ISBN 10 383702251X ISBN 13 978 3837022513 Erh ltlich unter anderem hierhttp www..de s ref nbsbnoss Die Internetseite von Dr Bernd F Schulte www.Forumfilm.de www.forumfilm.com Das Interview f hrte Norman Gutschow Norman Gutschow, 23.12.2011 11 37 Kommentare 0 Vom Institut der Krisenkonferenzen im Kaiserreich zum Ersten Weltkrieg.25 Dezember 2011 Rezension zu Bernd F Schulte, Deutsche Policy of Pretention Niedergang eines Kriegerstaates, 1871 1914 Hamburger Studien zu Geschichte und Zeitgeschehen, Reihe II, Bd 1, Norderstedt 2009 Im Jahre 2014 wird sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Male j hren Trotz anders lautender Bekundungen geht in der historischen Foschung die Kontorverse um den Ausbruch des Great War weiter Der Historiker Bernd F Schulte verfolgt in seinem Buch Deutsche Policy of Pretention den Kriegsentschlu des Kaiserreiches vor 1914 Der Fritz Fischer Sch ler richtet dabei sein Augenmerk besonders auf Krisenkonferenzen im November Dezember 1912, die seiner Ansicht nach innerhalb des Entscheidungsprozesses der politischen und milit rischen F hrungselite des Kaiserreiches, entscheidende Bedeutung in Hinblick auf einen Krieg in absehbarer Frist zukomm en t In dem vorliegenden Sammelband geht es also vor allem um die andauernde europ ische Krise vor 1914 Schulte konzentriert sich dabei auf die von ihm herausgearbeitete Institution der Krisenkonferenzen, die bereits seit Reichsgr ndung 1871, dann immer st rker ab 1900 die Politik des Kaiserreiches pr gten Dieses innenpolitische Kr ftespiel stellt der Autor aus der Sicht der Milit rbeh rden im Hinblick aud dem Weg in den Ersten Weltkrieg, gerade unter dem Aspekt der Kriegsvorbereitung, dar Schulte entwickelt so seine Thesen von der deutschen Policy of Pretention , dass, salopp gesagt, Bluffen des Deutschen Reiches zwischen 1905 und 1914, dessen Mi erfolg nur folgerichtig erscheint Ein in den gesellschaftlichen Strukturen erstarrtes Staatswesen hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt Mittelm iges Management, veranlasste schlie lich Fehlschl ge Marneschlacht die irreparabel waren Der Krieg, so wie er politisch und milit risch gedacht war, ging verloren Ein vierj hriges, verlustreiches und nutzloses Ringen folgte Alle Beteiligten verloren in der Folge ihre bis dato errungenen Positionen als Gro oder Weltm chte Ein gro artiger Beitrag zur Vorgeschichte und Vorbereitung des Ersten Weltkriegs durch die deutsche Politik und die milit rische F hrung F r Historiker und Experten sehr interessant, leider f r den Einstieg in die Thematik ohne gen gendes Vorwissen zu komplex Empfehlenswert f r Fortgeschrittene Norman Gutschow Freie Welt, 25.12.2011 Bernd F Schulte, Deutsche Policy of Pretention Der Abstieg eines Kriegerstaates 1871 1914 Norderstedt 2009, 404 S., 22,80 ISBN 10 383702251X ISBN 13 978 3837022513 [[ Free E-pub ]] ☛ Deutsche Policy of Pretention ⇥ In Diesem Sammelband Geht Es Um Die Europ Ische Krise Von Ob Die Deutsche Geschichtswissenschaft Den Gedenktag Im Jahre Feiern Wird Oder Nicht, Stellen Muss Sie Sich Der Kontroverse Um Den Ausbruch Des Ersten Weltkrieges Dieser Aufsatzband, Der In Erster Auflage Erschien Europ Ische Krise Und Erster Weltkrieg Beitr Ge Zur Milit Rpolitik Des Kaiserreiches, Jetzt Als E Book , Schl Gt Mit Dem Neuen Beitrag Zur Policy Of Pretention Krisenkonferenzen Und Informelles Regierungssystem Im Kaiserreich, Den Bogen Ber Jahre WeltkriegforschungDass In Diesem Zusammenhang Dem Problem Der Krisenkonferenzenallgemein, Und Im November Dezember Im Besonderen, Innerhalb Des Entscheidungsprozesses Der Politischen Und Milit Rischen F Hrungselite Des Deutschen Reiches, Entscheidende Bedeutung, Im Hinblick Auf Einen Krieg In Absehbarer Frist, Zukommt, Belegen Die Hier Vorgelegten Neuen Quellen Die Deutsche Historiker Zunft Mag Es Begr En Oder Nicht Es Geht Um Den Entschluss Des Kaiserreiches Von , Den Gro En Krieg Bei N Chster Sich Bietender Gelegenheit Zu F HrenDazu Wird Das Spektrum Des Innenpolitischen Kr Ftespiels Im Deutschen Reich Von , Unter Dem Dezidiert Entwickelten Blickwinkel Des Einsatzes Der Armee Im Inneren Staatsstreich , Anarchismus , Streik , Revolutions Und B Rgerkriegsdrohung , Aus Der Sicht Der Milit Rbeh Rden Sch Rfer Konturiert Und Damit Der Weg In Den Ersten Weltkrieg Erg Nzend, Unter Dem Aspekt Der Kriegsvorbereitung, Beleuchtet Die These Der D Sseldorfer Schule, Es Sei Auf Grund Der Inneren Strukturen Des Reiches Informeller Regierungsstil Wilhelms II Von Einer Polykratie , D H Der Vielfach Behaupteten, Jede Entscheidung Paralysierenden Zerkl Ftetheit Der Entscheidungstr Ger In Berlin, Auszugehen, Dieser Theorie Im Gefolge Gerhard Ritters, Wird Hier, Mit Dem Blick Auf Die Institutionder Krisenkonferenzen Im Kaiserreich, Der Boden Entzogen Wie Dieser Begriff, Durch Wolfgang Mommsen Zun Chst Adaptiert, Die D Sseldorfer Argumentation Zu Fall Bringt, Ist In Dem Abschlie Enden Beitrag Zur Policy Of Pretention DesReichs F R Die Jahre Bis EntwickeltDass Das Deutsche Reich Im Kriege Nicht Den Allseits Erwartetenmilit Rischen Erfolg Erzielte, War Ua In Den Tiefliegenden Defektendes Deutschen Staatswesens Und Dessen Streitkr Ften Begr Ndet Ein Inden Gesellschaftlichen Strukturen Erstarrtes Staatswesen Hatte DieZeichen Der Zeit Nicht Erkannt Mittelm Iges Management , Veranlasste Ua Im September Fehlschl Ge Marneschlacht Die Irreparabel Waren Der Krieg, So Wie Er Politisch Und Milit Risch Zuvor Gedacht Gewesen War, Ging Verloren Ein Vierj Hriges, Verlustreiches Und Nutzloses Ringen Folgte Alle Beteiligten B Ten In Der Folge Ihre Bis Dato Errungenen Positionen Als Gro Oder Weltm Chte Ein Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde, inzwischen habe ich meine These zur Interpretation der momentanenVerwerfungen um Europa im Editorial von Extra Blatt konkretisiert Schlie lich ist die Ausgabe um 1914 zentriert und es ergibt sich ausden Tageb chern von Harry Graf Kessler aus dem Jahre 1918 wiebewu t in jenen Monaten wurde, dass die USA der eigentliche Gegner hinter England waren Allerdings schwante das den Engl ndern underst recht den Franzosen ebenfalls Sie wollten sich schlie lich gernvergleichen, aber Wilson, die USA, lie sie nicht aus dem Kontrakt So kanm es zu Versailles, zum deutschen Niedergang die deutscheArmee machte Konkurs , und damit in weiterer Perspektive kam es zu Hitler, und dem zweiten Hegemonialkampf auch um die Weltmacht stellung Mit freundlichen Gr enIhrBernd Schulte Anl.1 pts20110907023 Politik Recht, Medien KommunikationPressefach PressefachExtra Blatt fordert Ausgleich zwischen Europa und den USAMagazin mahnt dazu, aus dem Scheitern in der Vergangenheit zu lernen13 Ausgabe des Extra Blatt erschienen13 Ausgabe des Extra Blatt erschienen Foto Berlin Wien Z rich pts023 07.09.2011 13 45 Extra Blatt, das Magazin f r Politik und Zeitgeschehen, fordert in seiner aktuellen Ausgabe den Ausgleich zwischen Europa und den USA Doch Mahnungen, aus dem Scheitern in der Vergangenheit zu lernen, haben wenig Aussicht, auf geneigte Ohren zu treffen So wird es wahrscheinlich auch der 13 Ausgabe vom Extra Blatt ergehen , die gerade in Hamburg herausgekommen ist Die Tatsache n mlich, dass die Erw gungen, Vorstellungen und Pl ne der deutschen F hrungsschicht vor 1914, das Heft in Europa so oder so in die Hand zu nehmen, zum gro en Clash mit der kommenden Weltmacht Amerika f hrte, ist so brennend aktuell, dass diese Mahnung nicht geh rt werden wird Denn ein vereintes Europa wird automatisch, in any case, dank Finanz und Wirtschaftspotential, zum nat rlichen Konkurrenten der gegenw rtigen Weltmacht USA Diese Entwicklung wurde just in dem Moment virulent, als sich Washington gerade m hsam mit dem Aufstieg Chinas famili r machte 1986, Paul Kennedy, Der Abstieg der gro en M chte Es stellt eine der gro en Verfehlungen deutscher Politik in Gegenwart und Vergangenheit dar nur der Ablehnung des englischen B ndnisses , im Jahre 1901 vergleichbar , erwartet zu haben, Deutschland k nne geradezu lautlos, und hinter Europa versteckt, mit den USA um die Position einer Weltmacht konkurrieren Es befindet sich damit ein innerlich geschw chter Staat, der u erlich auf einem H hepunkt seiner Geschichte zu stehen scheint, in der akuten Gefahr, zwischen den selbstgew hlten M hlsteinen der europ ischen Einigung und der amerikanischen Freundschaft zermahlen zu werden Denn hnlich wie das Kaiserreich mit der Torheit, durch die Engl nder unbemerkt, eine Flotte, als Waffe gegen die berlegenheit Gro britanniens in der Welt, schmiedete, und ins Abseits geriet, begibt sich die Bundesrepublik diesmal mit Festland Europa auf die absch ssige Stra e, eine neue Weltmacht neben die noch weltbeherrschenden Vereinigten Staaten zu stellen Dass beide Male eine Antwort erfolgen mu te, erlebten und erleben wir mit dem Ersten Weltkrieg, und gerade mit dem Finanz und W hrungskrieg um Euro und EU Dass sich Europa nun, geradezu sprachlos, diesen Gegebenheiten ausgesetzt findet, mag jener berraschung gleichen, die in Deutschland langsam um sich griff, als z.B Ludendorff erkennen mu te, einen welch bedeutenden milit rischen Faktor die USA, 1916 18, an der Westfront in Frankreich darstellten Die Kriegserkl rung Deutschlands, im 2.Weltkrieg an die USA Dezember 1941 , bildete lediglich eine weitere Schraubendrehung in diesem bewussten Vorgang von Nichtverstehen Und wie werden wir die Vorg nge um Athen, Rom, Paris, und auch London morgen kommentieren Ende Aussender Extra BlattAnsprechpartner Dr Bernd SchulteTel 040 55 10 007E Mail infos forumfilm.comWebsite www.forumfilm.de Extra Blatt